Tropischer Regenwald
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Der Tropische
Regenwald

Afrikas grüne Lunge am Äquator

Malte Erik Heimat und Welt
180 Mio. Bäume im Kongobecken
60 % Afrikas Artenreichtum
>2000 mm Regen / Jahr

Wo liegt der Regenwald?

Das Kongobecken – Afrikas grünes Herz

Afrikakarte mit eingezeichnetem tropischen Regenwald im Kongobecken
Tropischer Regenwald im Kongobecken – beidseitig des Äquators

Das Kongobecken im Detail

Lage & Verbreitung

  • Äquator-Lage: zwischen 5° Nord und 5° Süd
  • Hauptregion: Kongobecken (DR Kongo, Rep. Kongo)
  • Auch in: Kamerun, Gabun
  • Fläche: rund 3,3 Mio. km² – zweitgrößter Regenwald der Erde

Besonderheit der Form

  • Flaches Becken – wie eine riesige Schüssel
  • Ringsherum Gebirge – begrenzt das Klima
  • Folge: überall gleiche, tropische Bedingungen
  • Vergleich: etwa ein Drittel der Fläche Europas
DR Kongo Rep. Kongo Kamerun Gabun

Das Klimadiagramm

Tropisches Regenklima – das ganze Jahr warm und nass

Klimadiagramm – Tropischer Regenwald (Kongobecken) Idealisierte Darstellung · Tageszeitenklima 40° 35° 30° 25° 20° 15° 10° 300 260 220 180 140 100 60 20 0 170 175 173 168 163 158 161 165 170 175 178 180 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° 25° Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez ⌀ Niederschlag: ~2000 mm/Jahr ⌀ Temperatur: 25 °C (konstant) Klimatyp: Immerfeuchte Tropen
Die Linien verlaufen fast gerade – das ganze Jahr über warm und regenreich. Kein einziger Trockenmonat.

Das Tageszeitenklima

Temperatur

  • Tagsüber: 25–28 °C – das ganze Jahr
  • Nachts: ca. 20 °C – Wolken halten Wärme
  • Tagesschwankung > Jahresschwankung
  • Folge: Keine Jahreszeiten

Niederschlag

  • Passatwinde aus Norden & Süden treffen sich
  • Luft steigt auf → dicke Gewitterwolken
  • Über 2000 mm/Jahr – kein Trockenmonat
  • Meist Regen am Nachmittag (15–17 Uhr)

Die Pflanzen

Stockwerkbau – alle kämpfen ums Licht

Wir stellen euch sechs typische Pflanzen des Regenwalds vor. Auf den nächsten sechs Folien seht ihr jeweils eine Pflanze mit Bild und Erklärung.

Riesiger Baum im Regenwald

Die Riesenbäume

Riesige Urwaldriesen

Ganz oben im Regenwald stehen die riesigen Bäume. Manche werden bis zu 60 Meter hoch – so hoch wie ein 20-stöckiges Haus.

Ihre Kronen bilden ein dichtes Dach, das 90 % des Sonnenlichts abfängt. Das ist wie eine grüne Decke über dem Wald.

Bekannte Arten: Sapelli und Iroko – beides Hölzer, die bei uns als Möbelholz verkauft werden.

40–60 m hoch
Sapelli & Iroko
90 % Licht blockiert
Lianen im Regenwald

Lianen & Epiphyten

Kletterpflanzen & Aufsitzerpflanzen

Unter dem Kronendach wachsen Lianen – Pflanzen, die vom Boden aus nach oben klettern und sich an den Bäumen festhalten.

Es gibt auch Aufsitzerpflanzen, auch Epiphyten genannt. Das sind zum Beispiel Orchideen und Farne, die direkt auf den Ästen der Bäume wachsen.

Sie brauchen gar keinen Erdboden – sie nehmen ihre Nährstoffe aus der Luft und dem Regen auf.

Klettern nach oben
Orchideen & Farne
Nährstoffe aus der Luft
Brettwurzeln eines Regenwaldbaums

Die Brettwurzeln

Stützpfeiler der Bäume

Die großen Bäume haben flache, breite Wurzeln, die aussehen wie Stützpfeiler.

Das brauchen sie, weil der Boden nährstoffarm und nicht sehr tief ist – die Bäume würden sonst umkippen.

Die Brettwurzeln verteilen das Gewicht des riesigen Baumes auf eine größere Fläche.

Stützpfeiler
Flach & breit
Schutz vor Umkippen
Farne am Waldboden

Farne & Unterholz

Pflanzen der Schattenebene

Ganz unten am Waldboden ist es sehr dunkel, weil das Kronendach das meiste Licht schluckt.

Dort wachsen Farne und andere Pflanzen mit riesigen Blättern, wie ihr auf dem Bild seht.

Je größer die Blätter, desto mehr Licht kann die Pflanze aufnehmen.

Schattenebene
Riesige Blätter
Jedes Photon zählt
Mangroven an der Küste

Die Mangroven

Bäume im Salzwasser

An der Atlantikküste gibt es diese besonderen Bäume, die im Salzwasser leben können – kaum eine andere Pflanze schafft das.

Schaut euch die Stelzwurzeln an – das ist ein Gestell aus Wurzeln, das aus dem Wasser ragt.

Mangroven sind eine wichtige Kinderstube für Fische und Krebse.

An der Küste
Salzwasser-fest
Kinderstube für Fische
Seerosen auf einem Fluss

Seerosen & Schilf

Pflanzen am Flussufer

An den Flussufern im Inneren des Regenwalds wachsen Seerosen und Schilf.

Die Flussläufe sind eigene kleine Ökosysteme – die Seerosen schwimmen auf dem Wasser, das Schilf wächst am Ufer und bietet vielen Tieren Schutz.

Seerosen
Schilf am Ufer
Eigene Wasserwelt

Die Tiere

Biodiversität auf jedem Quadratmeter

Wir stellen euch sechs bekannte Tiere des Regenwalds vor. Auf den nächsten sechs Folien seht ihr jeweils ein Tier mit Bild und Erklärung.

Flachlandgorilla

Der Flachlandgorilla

Gorilla gorilla gorilla

Da wäre zum einen der Flachlandgorilla. Gorillas leben in Familiengruppen, ganz ähnlich wie bei uns Menschen. Es gibt nur noch etwa 100 000 Tiere im Kongobecken – die Art ist also stark gefährdet. Was viele nicht wissen: Wir teilen rund 98 Prozent unserer DNA mit den Gorillas – sie sind unsere nächsten Verwandten nach den Schimpansen.

Familiengruppen
Stark gefährdet
~100 000 Tiere
Okapi im Regenwald

Das Okapi

Okapia johnstoni

Ein ganz besonderes Tier ist das Okapi. Es sieht aus wie eine Mischung aus Zebra und Giraffe – mit Streifen wie ein Zebra am Po und einem langen Hals wie eine Giraffe. Das Besondere: Das Okapi gibt es wirklich nur hier im Kongobecken und sonst nirgendwo auf der Welt. Es ist tatsächlich mit der Giraffe verwandt – sein nächster Verwandter!

Nur im Kongobecken
Zebra-Giraffe-Mix
Verwandt mit Giraffe
Graupapagei

Der Graupapagei

Psittacus erithacus

Der Graupapagei ist einer der klügsten Vögel überhaupt. Er lebt oben in den Baumkronen und ernährt sich von Früchten und Nüssen. Graupapageien können Wörter nachsprechen und sogar einfache Sätze verstehen. Leider werden viele Papageien illegal als Haustiere gefangen – deshalb ist auch er bedroht.

Sehr klug
In den Kronen
Bedroht
Waldelefant

Der Waldelefant

Loxodonta cyclotis

Gibt es auch Elefanten im Regenwald? Ja, den Waldelefanten. Der ist deutlich kleiner als der Savannenelefant und hat runde Ohren. Er frisst Früchte und verteilt dabei die Samen überall im Wald – so pflanzt er praktisch den Wald neu. Man nennt ihn deshalb auch den "Gärtner des Waldes".

Kleiner als Steppen-Elefant
Gärtner des Waldes
Verbreitet Samen
Chamäleon und Gecko

Chamäleons & Geckos

Chamaeleonidae & Gekkonidae

Im Unterholz leben viele Chamäleons und Geckos – die sind wahre Meister der Tarnung. Chamäleons können ihre Farbe wechseln, um sich an die Umgebung anzupassen – oder um zu kommunizieren. Insgesamt gibt es in den afrikanischen Regenwäldern über 100 verschiedene Reptilienarten.

Tarn-Experten
Farbwechsel
100+ Arten
Fische im Kongofluss

Die Fische im Kongo

Über 700 verschiedene Arten

Im Kongofluss leben über 700 verschiedene Fischarten – das sind mehr als in allen Flüssen Europas zusammen. Der Kongofluss ist mit 220 Metern Tiefe der zweittiefste Fluss der Erde – eine riesige Wasserstraße, die den ganzen Wald durchzieht. Seine Strömung und die vielen Unterstände bieten ideale Lebensbedingungen.

700+ Arten
220 m tief
Mehr als ganz Europa

Böden & Naturfaktoren

Boden & Klima

  • Boden: rötlich und sehr nährstoffarm
  • Regen wäscht die Nährstoffe aus
  • Wasser: das ganze Jahr feucht
  • Oberfläche: flaches Becken überall ähnlich

Nährstoffkreislauf

  • Nährstoffe stecken in den Pflanzen, nicht im Boden
  • Pilze zersetzen Blätter blitzschnell
  • Stoffe werden sofort wieder aufgenommen
  • Perfekter Kreislauf an der Oberfläche
pH 4–5 Bodensäure (sauer)
30 cm Humusschicht Tiefe
85–100 % Luftfeuchte
0–300 m Höhe Kongobecken

Das Regenwald-Paradox

Warum wächst der üppigste Wald der Welt auf dem ärmsten Boden?

Der üppigste Wald der Welt wächst auf einem der nährstoffärmsten Böden.

Das funktioniert, weil die Nährstoffe in den Pflanzen selbst stecken – nicht im Boden. Fällt ein Baum, werden seine Stoffe sofort wieder von Pilzen und Mikroorganismen aufgenommen. Es ist ein perfekter Kreislauf direkt an der Oberfläche.

Wird der Wald abgeholzt, bricht dieser Kreislauf zusammen – der Boden ist dann für Jahre tot.

Nährstoffe IN Pflanzen
Pilze zersetzen
Kreislauf endet bei Abholzung
An der Oberfläche

Wie nutzen Menschen den Wald?

Kakaoplantage in den Tropen – junge Kakaobäume in Reihen
Kakaoplantage – wo früher Regenwald stand, wächst heute nur eine Pflanzenart

Wanderfeldbau

Traditionelle, nachhaltige Anbaumethode der Ureinwohner (Pygmäen, Bantu): ein Stück Wald wird gerodet und abgebrannt, die Asche dient als Dünger. Nach ein paar Jahren zieht man weiter – der Wald erholt sich.

Nachhaltig Pygmäen, Bantu

Große Plantagen

Großflächiger Anbau von Kakao, Palmöl und Bananen für den Export. Die Elfenbeinküste ist z. B. der größte Kakaoproduzent der Welt. Wo vorher Wald war, wächst nur noch eine einzige Pflanzenart – der Wald verschwindet für immer.

Monokulturen Export

Holz & Rohstoffe

Bergbau – Arbeiter in einer roten Erdegrube
Bergbau im Kongobecken – Coltan, Kobalt und Gold

Holzfällerei

Wertvolle Hölzer wie Mahagoni, Sapelli und Iroko werden gefällt und exportiert. Ein Großteil davon ist illegal – vor allem in der DR Kongo. Pro Tag verschwinden weltweit etwa 3,5 Mio. Bäume.

Teures Holz Illegal

Bergbau

Abbau von Coltan (steckt in Smartphones), Kobalt für Akkus und Gold. Der Bergbau zerstört den Wald nicht nur direkt, sondern auch durch den Bau neuer Straßen, die weitere Abholzung nach sich ziehen.

Coltan Kobalt

Tourismus & Siedlungen

Ökotourismus

Gorilla-Trekking in Ruanda und Uganda bringt Geld und schützt gleichzeitig die Tiere. Die Einheimischen haben ein Interesse daran, die Gorillas am Leben zu halten. Ein positives Beispiel für Naturschutz.

Naturschutz Einnahmequelle

Straßen & Siedlungen

Ein wachsendes Problem: neue Straßen öffnen den Wald. Wo eine Straße gebaut wird, folgen Siedler, die den Wald abholzen – dann kommt die Erosion. Das ist eine Kettenreaktion, die man nur schwer stoppen kann.

Straßeneffekt Erosion

Was bedroht den Regenwald?

Brandrodung

Riesige Waldstücke werden abgebrannt, um Platz für Plantagen zu schaffen – vor allem für Palmöl. Der natürliche Nährstoffkreislauf bricht komplett zusammen. Nach wenigen Jahren ist der Boden tot und kann nichts mehr hervorbringen. Eine riesige Menge CO₂ wird freigesetzt.

Erosion CO₂-Ausstoß

Verlust von Arten

Mit jedem Quadratkilometer Regenwald, der verschwindet, sterben hunderte Tier- und Pflanzenarten für immer aus. Das Schlimme: Das ist unumkehrbar. Wenn eine Art erstmal ausgestorben ist, kommt sie nie wieder. Ein dauerhafter Verlust für die Natur.

Unumkehrbar

Klimawandel & Konflikte

Klimawandel

Es wird wärmer und die Trockenzeiten dauern länger. Wenn zu viel Wald verschwindet, besteht die Gefahr, dass der ganze Regenwald zur Savanne kippt. Es gibt einen Wendepunkt, ab dem man das nicht mehr stoppen kann – auch wenn man aufhört zu roden.

Wendepunkt

Konflikte & illegaler Abbau

In der DR Kongo kommen bewaffnete Konflikte dazu. Die Einnahmen aus dem Rohstoffabbau finanzieren bewaffnete Gruppen. Ohne Frieden kann man den Wald nicht schützen – ein echter Teufelskreis.

Konflikte Rohstoffe
–3,5 Mio. Bäume täglich weltweit
8 % Globale CO₂ aus Waldverlust
2030 Ziel: Abholzung stoppen

Das Kongobecken

Das Herz Afrikas – und der zweitgrößte Regenwald der Erde

  • Größe: rund 3,3 Millionen km² – fast so groß wie die ganze EU
  • CO₂-Speicher: bindet etwa 8 % des gesamten Waldkohlenstoffs weltweit
  • Einzigartige Tiere: Okapi, Bonobo, Baumhirsch – gibt's nur hier
  • Kongofluss: 220 m tief – der zweittiefste Fluss der Erde
  • Politisch: liegt großteils in der DR Kongo
Wichtige Zahlen
Baumarten > 10 000
Säugetierarten 430
Vogelarten 1 000+
Fischarten (Kongo) 700+

Unsere Quellen

Hier haben wir unsere Informationen her

Schulbuch Heimat und Welt — Kapitel Afrika / Die Tropen, Westermann Verlag
Webquelle 1 Klett Terra Online — Das Tageszeitenklima, klett.de
Webquelle 2 Abenteuer-Regenwald.de — Das Kongobecken: Pflanzen, Klima, Gefahren
Webquelle 3 WWF Deutschland — Regenwald: Lebensraum und Bedrohung, wwf.de
Vielen Dank fürs Zuhören!

Malte & Erik — Klasse 8 — Geographie