Tropischer Regenwald im Kongobecken – beidseitig des Äquators
Geographische Lage · Teil 2
Das Kongobecken im Detail
Lage & Verbreitung
Äquator-Lage: zwischen 5° Nord und 5° Süd
Hauptregion: Kongobecken (DR Kongo, Rep. Kongo)
Auch in: Kamerun, Gabun
Fläche: rund 3,3 Mio. km² – zweitgrößter Regenwald der Erde
Besonderheit der Form
Flaches Becken – wie eine riesige Schüssel
Ringsherum Gebirge – begrenzt das Klima
Folge: überall gleiche, tropische Bedingungen
Vergleich: etwa ein Drittel der Fläche Europas
DR Kongo Rep. Kongo Kamerun Gabun
Klima · Klimadiagramm
Das Klimadiagramm
Tropisches Regenklima – das ganze Jahr warm und nass
Die Linien verlaufen fast gerade – das ganze Jahr über warm und regenreich. Kein einziger Trockenmonat.
Klima · Erklärung
Das Tageszeitenklima
Temperatur
Tagsüber: 25–28 °C – das ganze Jahr
Nachts: ca. 20 °C – Wolken halten Wärme
Tagesschwankung > Jahresschwankung
Folge: Keine Jahreszeiten
Niederschlag
Passatwinde aus Norden & Süden treffen sich
Luft steigt auf → dicke Gewitterwolken
Über 2000 mm/Jahr – kein Trockenmonat
Meist Regen am Nachmittag (15–17 Uhr)
Pflanzenwelt
Die Pflanzen
Stockwerkbau – alle kämpfen ums Licht
Wir stellen euch sechs typische Pflanzen des Regenwalds vor. Auf den nächsten sechs Folien seht ihr jeweils eine Pflanze mit Bild und Erklärung.
Pflanze 1 von 6
Die Riesenbäume
Riesige Urwaldriesen
Ganz oben im Regenwald stehen die riesigen Bäume. Manche werden bis zu 60 Meter hoch – so hoch wie ein 20-stöckiges Haus.
Ihre Kronen bilden ein dichtes Dach, das 90 % des Sonnenlichts abfängt. Das ist wie eine grüne Decke über dem Wald.
Bekannte Arten: Sapelli und Iroko – beides Hölzer, die bei uns als Möbelholz verkauft werden.
40–60 m hoch
Sapelli & Iroko
90 % Licht blockiert
Pflanze 2 von 6
Lianen & Epiphyten
Kletterpflanzen & Aufsitzerpflanzen
Unter dem Kronendach wachsen Lianen – Pflanzen, die vom Boden aus nach oben klettern und sich an den Bäumen festhalten.
Es gibt auch Aufsitzerpflanzen, auch Epiphyten genannt. Das sind zum Beispiel Orchideen und Farne, die direkt auf den Ästen der Bäume wachsen.
Sie brauchen gar keinen Erdboden – sie nehmen ihre Nährstoffe aus der Luft und dem Regen auf.
Klettern nach oben
Orchideen & Farne
Nährstoffe aus der Luft
Pflanze 3 von 6
Die Brettwurzeln
Stützpfeiler der Bäume
Die großen Bäume haben flache, breite Wurzeln, die aussehen wie Stützpfeiler.
Das brauchen sie, weil der Boden nährstoffarm und nicht sehr tief ist – die Bäume würden sonst umkippen.
Die Brettwurzeln verteilen das Gewicht des riesigen Baumes auf eine größere Fläche.
Stützpfeiler
Flach & breit
Schutz vor Umkippen
Pflanze 4 von 6
Farne & Unterholz
Pflanzen der Schattenebene
Ganz unten am Waldboden ist es sehr dunkel, weil das Kronendach das meiste Licht schluckt.
Dort wachsen Farne und andere Pflanzen mit riesigen Blättern, wie ihr auf dem Bild seht.
Je größer die Blätter, desto mehr Licht kann die Pflanze aufnehmen.
Schattenebene
Riesige Blätter
Jedes Photon zählt
Pflanze 5 von 6
Die Mangroven
Bäume im Salzwasser
An der Atlantikküste gibt es diese besonderen Bäume, die im Salzwasser leben können – kaum eine andere Pflanze schafft das.
Schaut euch die Stelzwurzeln an – das ist ein Gestell aus Wurzeln, das aus dem Wasser ragt.
Mangroven sind eine wichtige Kinderstube für Fische und Krebse.
An der Küste
Salzwasser-fest
Kinderstube für Fische
Pflanze 6 von 6
Seerosen & Schilf
Pflanzen am Flussufer
An den Flussufern im Inneren des Regenwalds wachsen Seerosen und Schilf.
Die Flussläufe sind eigene kleine Ökosysteme – die Seerosen schwimmen auf dem Wasser, das Schilf wächst am Ufer und bietet vielen Tieren Schutz.
Seerosen
Schilf am Ufer
Eigene Wasserwelt
Tierwelt
Die Tiere
Biodiversität auf jedem Quadratmeter
Wir stellen euch sechs bekannte Tiere des Regenwalds vor. Auf den nächsten sechs Folien seht ihr jeweils ein Tier mit Bild und Erklärung.
Tier 1 von 6
Der Flachlandgorilla
Gorilla gorilla gorilla
Da wäre zum einen der Flachlandgorilla. Gorillas leben in Familiengruppen, ganz ähnlich wie bei uns Menschen. Es gibt nur noch etwa 100 000 Tiere im Kongobecken – die Art ist also stark gefährdet. Was viele nicht wissen: Wir teilen rund 98 Prozent unserer DNA mit den Gorillas – sie sind unsere nächsten Verwandten nach den Schimpansen.
Familiengruppen
Stark gefährdet
~100 000 Tiere
Tier 2 von 6
Das Okapi
Okapia johnstoni
Ein ganz besonderes Tier ist das Okapi. Es sieht aus wie eine Mischung aus Zebra und Giraffe – mit Streifen wie ein Zebra am Po und einem langen Hals wie eine Giraffe. Das Besondere: Das Okapi gibt es wirklich nur hier im Kongobecken und sonst nirgendwo auf der Welt. Es ist tatsächlich mit der Giraffe verwandt – sein nächster Verwandter!
Nur im Kongobecken
Zebra-Giraffe-Mix
Verwandt mit Giraffe
Tier 3 von 6
Der Graupapagei
Psittacus erithacus
Der Graupapagei ist einer der klügsten Vögel überhaupt. Er lebt oben in den Baumkronen und ernährt sich von Früchten und Nüssen. Graupapageien können Wörter nachsprechen und sogar einfache Sätze verstehen. Leider werden viele Papageien illegal als Haustiere gefangen – deshalb ist auch er bedroht.
Sehr klug
In den Kronen
Bedroht
Tier 4 von 6
Der Waldelefant
Loxodonta cyclotis
Gibt es auch Elefanten im Regenwald? Ja, den Waldelefanten. Der ist deutlich kleiner als der Savannenelefant und hat runde Ohren. Er frisst Früchte und verteilt dabei die Samen überall im Wald – so pflanzt er praktisch den Wald neu. Man nennt ihn deshalb auch den "Gärtner des Waldes".
Kleiner als Steppen-Elefant
Gärtner des Waldes
Verbreitet Samen
Tier 5 von 6
Chamäleons & Geckos
Chamaeleonidae & Gekkonidae
Im Unterholz leben viele Chamäleons und Geckos – die sind wahre Meister der Tarnung. Chamäleons können ihre Farbe wechseln, um sich an die Umgebung anzupassen – oder um zu kommunizieren. Insgesamt gibt es in den afrikanischen Regenwäldern über 100 verschiedene Reptilienarten.
Tarn-Experten
Farbwechsel
100+ Arten
Tier 6 von 6
Die Fische im Kongo
Über 700 verschiedene Arten
Im Kongofluss leben über 700 verschiedene Fischarten – das sind mehr als in allen Flüssen Europas zusammen. Der Kongofluss ist mit 220 Metern Tiefe der zweittiefste Fluss der Erde – eine riesige Wasserstraße, die den ganzen Wald durchzieht. Seine Strömung und die vielen Unterstände bieten ideale Lebensbedingungen.
700+ Arten
220 m tief
Mehr als ganz Europa
Standortanalyse
Böden & Naturfaktoren
Boden & Klima
Boden: rötlich und sehr nährstoffarm
Regen wäscht die Nährstoffe aus
Wasser: das ganze Jahr feucht
Oberfläche: flaches Becken überall ähnlich
Nährstoffkreislauf
Nährstoffe stecken in den Pflanzen, nicht im Boden
Pilze zersetzen Blätter blitzschnell
Stoffe werden sofort wieder aufgenommen
Perfekter Kreislauf an der Oberfläche
pH 4–5 Bodensäure (sauer)
30 cm Humusschicht Tiefe
85–100 % Luftfeuchte
0–300 m Höhe Kongobecken
Schlüsselkonzept
Das Regenwald-Paradox
Warum wächst der üppigste Wald der Welt auf dem ärmsten Boden?
Der üppigste Wald der Welt wächst auf einem der nährstoffärmsten Böden.
Das funktioniert, weil die Nährstoffe in den Pflanzen selbst stecken – nicht im Boden. Fällt ein Baum, werden seine Stoffe sofort wieder von Pilzen und Mikroorganismen aufgenommen. Es ist ein perfekter Kreislauf direkt an der Oberfläche.
Wird der Wald abgeholzt, bricht dieser Kreislauf zusammen – der Boden ist dann für Jahre tot.
Nährstoffe IN Pflanzen
Pilze zersetzen
Kreislauf endet bei Abholzung
An der Oberfläche
Nutzung · Teil 1
Wie nutzen Menschen den Wald?
Kakaoplantage – wo früher Regenwald stand, wächst heute nur eine Pflanzenart
Wanderfeldbau
Traditionelle, nachhaltige Anbaumethode der Ureinwohner (Pygmäen, Bantu): ein Stück Wald wird gerodet und abgebrannt, die Asche dient als Dünger. Nach ein paar Jahren zieht man weiter – der Wald erholt sich.
Nachhaltig Pygmäen, Bantu
Große Plantagen
Großflächiger Anbau von Kakao, Palmöl und Bananen für den Export. Die Elfenbeinküste ist z. B. der größte Kakaoproduzent der Welt. Wo vorher Wald war, wächst nur noch eine einzige Pflanzenart – der Wald verschwindet für immer.
Monokulturen Export
Nutzung · Teil 2
Holz & Rohstoffe
Bergbau im Kongobecken – Coltan, Kobalt und Gold
Holzfällerei
Wertvolle Hölzer wie Mahagoni, Sapelli und Iroko werden gefällt und exportiert. Ein Großteil davon ist illegal – vor allem in der DR Kongo. Pro Tag verschwinden weltweit etwa 3,5 Mio. Bäume.
Teures Holz Illegal
Bergbau
Abbau von Coltan (steckt in Smartphones), Kobalt für Akkus und Gold. Der Bergbau zerstört den Wald nicht nur direkt, sondern auch durch den Bau neuer Straßen, die weitere Abholzung nach sich ziehen.
Coltan Kobalt
Nutzung · Teil 3
Tourismus & Siedlungen
Ökotourismus
Gorilla-Trekking in Ruanda und Uganda bringt Geld und schützt gleichzeitig die Tiere. Die Einheimischen haben ein Interesse daran, die Gorillas am Leben zu halten. Ein positives Beispiel für Naturschutz.
Naturschutz Einnahmequelle
Straßen & Siedlungen
Ein wachsendes Problem: neue Straßen öffnen den Wald. Wo eine Straße gebaut wird, folgen Siedler, die den Wald abholzen – dann kommt die Erosion. Das ist eine Kettenreaktion, die man nur schwer stoppen kann.
Straßeneffekt Erosion
Bedrohungen · Teil 1
Was bedroht den Regenwald?
Brandrodung
Riesige Waldstücke werden abgebrannt, um Platz für Plantagen zu schaffen – vor allem für Palmöl. Der natürliche Nährstoffkreislauf bricht komplett zusammen. Nach wenigen Jahren ist der Boden tot und kann nichts mehr hervorbringen. Eine riesige Menge CO₂ wird freigesetzt.
Erosion CO₂-Ausstoß
Verlust von Arten
Mit jedem Quadratkilometer Regenwald, der verschwindet, sterben hunderte Tier- und Pflanzenarten für immer aus. Das Schlimme: Das ist unumkehrbar. Wenn eine Art erstmal ausgestorben ist, kommt sie nie wieder. Ein dauerhafter Verlust für die Natur.
Unumkehrbar
Bedrohungen · Teil 2
Klimawandel & Konflikte
Klimawandel
Es wird wärmer und die Trockenzeiten dauern länger. Wenn zu viel Wald verschwindet, besteht die Gefahr, dass der ganze Regenwald zur Savanne kippt. Es gibt einen Wendepunkt, ab dem man das nicht mehr stoppen kann – auch wenn man aufhört zu roden.
Wendepunkt
Konflikte & illegaler Abbau
In der DR Kongo kommen bewaffnete Konflikte dazu. Die Einnahmen aus dem Rohstoffabbau finanzieren bewaffnete Gruppen. Ohne Frieden kann man den Wald nicht schützen – ein echter Teufelskreis.
Konflikte Rohstoffe
–3,5 Mio. Bäume täglich weltweit
8 % Globale CO₂ aus Waldverlust
2030 Ziel: Abholzung stoppen
Fallbeispiel
Das Kongobecken
Das Herz Afrikas – und der zweitgrößte Regenwald der Erde
Größe: rund 3,3 Millionen km² – fast so groß wie die ganze EU
CO₂-Speicher: bindet etwa 8 % des gesamten Waldkohlenstoffs weltweit
Einzigartige Tiere: Okapi, Bonobo, Baumhirsch – gibt's nur hier
Kongofluss: 220 m tief – der zweittiefste Fluss der Erde
Politisch: liegt großteils in der DR Kongo
Wichtige Zahlen
Baumarten> 10 000
Säugetierarten430
Vogelarten1 000+
Fischarten (Kongo)700+
Quellenverzeichnis
Unsere Quellen
Hier haben wir unsere Informationen her
SchulbuchHeimat und Welt — Kapitel Afrika / Die Tropen, Westermann Verlag
Webquelle 1Klett Terra Online — Das Tageszeitenklima, klett.de
Webquelle 2Abenteuer-Regenwald.de — Das Kongobecken: Pflanzen, Klima, Gefahren
Webquelle 3WWF Deutschland — Regenwald: Lebensraum und Bedrohung, wwf.de